Liebe Reisegruppe, eine kurze Zusammenfassung unserer letzten Stationen möchten wir noch mit Euch teilen. Wir hatten eine wilde unklare Zeit im Spätsommer, wo es hingehen soll und warum wir eigentlich auf Reisen sind und wonach wir suchen.
Statt in Rumänien, sind wir nun zuerst auf Sardinien gelandet und haben die Wärme und das rauschende Meer genossen. Früchte entdeckt, liebe Menschen getroffen, das wilde Land und alte Kultur gespürt. Potential nach Verbundenheit, aber wir glauben, wir sind doch einfach Menschen des Nordens.
Wir haben uns nach dem Herbst gesehnt und ihn wieder in den Alpen gefunden, mit Dank an die Wälder für Esskastanien und Feuerholz. Aber dazu ein anderes mal mehr…
Als Familie wieder vereint treffen wir uns wieder bei Lisa. Hinter dem Lago die Como im Tal Dangri noch hinter einem kleinen Bergdorf namens Livo, lebt sie seit Mitte der 70ger Jahre Lisa, in einem dieser ursprünglichen italienischen Bergdörfer. Damals war die kleine Ansiedlung belebt als Gemeinschaft von Selbstversorgern, die sich mit Milchwirtschaft und Gemüse aus dem Biogarten versorgten. Heute lebt Lisa hier alleine ein einfaches und dennoch reiches Leben in dieser wunderschönen Naturlandschaft.
Sie vermietet die liebevoll renovierten Steinhäuschen und bewirtschaftet ihren Biogarten. Wir haben auf ihrem Gelände unter den Kastanienbäumen gezeltet ⛺ und konnten des Nachts den Hirschen und Wildschweinen 🦌🐗 lauschen. Lisa freut sich immer über Unterstützung bei den täglichen Aufgaben und wünscht sich die kleine Siedlung wieder belebt, als Gemeinschaft mit Familien. Wir haben uns bei ihr sehr willkommen gefühlt und gegen Mithilfe im Biogarten bekamen wir wunderbare Kräuter und frisches Gemüse🌿🥒
Visionssuche ist schwer zu beschreiben, wenn man noch nicht ähnliches erlebt hat.
Im Prinzip geht es darum 4 Tage und 4 Nächte fastend, allein, in der Wildnis zu verbringen. Sich mit sich selbst, der Natur und den Elementen auseinanderzusetzen, sich Herausforderungen zu stellen, die bewusst und unbewusst schon da sind. Daran zu wachsen, zu erwachsen.
Visionssuche klingt nach einem klarem Vorgehen mit einem Ergebnis, einer Vision für das eigene Leben, aber es begibt sich nicht unbedingt, was man sich wünscht, sondern das was im Moment richtig für die eigene Person ist, für jeden eine sehr individuelle Reise. Und die Erlebnisse wirken nach, sie sind nicht unbedingt offensichtlich und unmittelbar.
Visionssuche ist voller Geschichten: die vor Ort erlebten Geschichten jeder einzelnen, die mitgebrachten Lebensgeschichten, überlieferte Geschichten, lokale und von weit hergebracht. Aus diesen Geschichten webt sich dann in jedem von uns wieder etwas Neues aus all dem, was diese gesamten Geschichten in uns und für uns bedeuten, zu dem, was unsere weiteren Lebensgeschichten prägen werden.
Struktur & Rituale
Für mich war die Alpe Lutt ein ganz besonderer und schöner Ort. Eva und Wolfgang haben hier einen Platz beseelt mit einer ganz eigenen Kultur. Die Luft ist angefüllt von Gesang und Musik, der Raum wird von Liebe und Wärme umspannt, die Mägen mit reichlich feinem Essen gestreichelt. Und die Natur selbst ist dort einfach schön und wild.
Madeline erwähnte schon dem klaren Tagesablauf, in den ich mich getrost fallen lassen konnte, deutliche Zeitangaben und Vorgaben, aber immer mit einem gewissen Augenzwinkern und Witz dabei, vieles brauchte einfach seine Zeit und bekam sie auch.
Rituale begleiten fast alle Handlungen, fast alle Handlungen können mit Ritualen ergänzt und begleitet werden. Gerade wenn es darum geht, etwas loszulassen, sich zu Bedanken und sich der Handlungen, die getan werden wollen einfach richtig achtsam Bewusst zu werden.
Die Tage der Vor- und Nachbereitung wurden, neben den üblichen Alptätigkeiten, durch die auch schon von Madeline erwähnten Naturgänge, und die einstimmenden Geschichten und Fragestellungen bestimmt. Für mich persönlich sind die Natur-Schwellengänge etwas ziemlich Neues und etwas, was ich als sehr intensiv und Geschichtentragend erlebt habe; eine ganz eigene Art sich selbst zu sehen.
Ein Prozess, eine Reise & viel Dankbarkeit
Der ganze Prozess der Visionssuche, das davor und danach, das alles war in eine große Reise verwoben, in der alles wohl genau so kommen sollte, wie es gekommen ist. Es gab nicht die eine wirklich entscheidende Begegnung, sondern viele kleine Schritte, angefangen damit mich zu entscheiden diesen Weg zu gehen, meine Absichten schriftlich zu formulieren, der Aufstieg auf die Alpe, intensives Sehen und Gesehen werden von Herzen von anderen Wesen mit resonierenden Frequenzen, Zeit mit mir Allein und der Natur, Geschichten erzählen und reflektieren, Essen, Spülen, Lachen, Singen, und Abschiede feiern.
Es war eine sehr intensive Zeit. Ich hab vieles für mich und über mich gelernt. Neue Aspekte kennen gelernt und alte in neuem Licht gesehen.
Für all die Menschen und Wesen, die mich auf den Weg dahin gebracht und begleitet haben empfinde ich einfach nur eine sehr tiefe Dankbarkeit. Ich habe andere wilde Seiten an mir kennen lernen dürfen und eine tiefe Verbundenheit zur Liebe und zum Leben genossen.
Aho 🌻 Winfried
Links
Visionssuche und andere Seminare zur Selbsterfahrungen und Naturarbeit auf der Alpe Lutt: https://raum-und-weite.net/
Anfang Oktober 2022 waren wir das erste Mal auf dem Langenberg. Wir wurden eingeladen von Marit, die wir auf Lille Lund kennen gelernt haben um bei Ihrem Permakultur-Waldgarten-Workshop mitzuhelfen. Madeline hat vorwiegend am offenen Feuer neben der Seminar-Jurte gekocht, was so einige Herausforderungen und Lernmöglichkeiten mit sich brachte.
Oktober 2022
Eindrücke vom Langenberg 2022
Juli 2023
Marit hat im letzten Dezember angefangen 3000 qm Wald, das umgewidmet wurde, in einen Waldgarten umzugestalten. Der Wald wurde gelichtet um Platz und Sonne zu schaffen für verschiedene Obstbäume, Sträucher und Gemüse. Dazu wurden Bäume nicht komplett gefällt, sondern auf Stock gesetzt, also in etwa 1,5 m Höhe abgesägt. Der Baum stirbt so nicht, sondern treibt neu aus. Die Triebe können dann in einigen Jahren wieder geerntet werden. Viele der Bäume sind sowieso schon Rubinien, die als Fabaceae wertvollen Stickstoff in den Boden bringen